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Für wie Dumm hält Versatel seine Kunden?

Für einige Home-Office Arbeitsplätze habe ich mich jetzt mal nach verschiedenen aktuellen "geschäftskundentauglichen" Telefonie/DSL Paketen umgeschaut.

Zuerst bei der Telekom (T-Irgendwas...): Die Webseiten sind so überladen und unübersichtlich (ich nenne das Kundenunfreundlich) wie seit eh und jeh. Aber immerhin haben sie dort inzwischen verstanden, dass es den ISDN-Basisanschluss mit verschiedenen Varianten gibt und bieten DSL-Pakete nun auch für den Anlagenschluss (wenn auch mit horrender "Strafgebühr") an.

Danach Arcor: Die Webseiten von Arcor stehen der Telekom an Unübersichtlichkeit nicht nach. Dafür hat sich dort anscheinend jemand wohl mal gedacht, dass es witzig wäre, Leute zu ärgern, in dem man verschiedene "normale" sichtbare Links nur dann klickbar macht, wenn der Besucher Javascript im Browser aktiviert hat.

Den Vogel schiesst aber Versatel ab. Für eine Auskunft, ob (und welche) DSL-Produkte von Versatel im gewünschten Anschlussbereich verfügbar sind, muss man eine verbindliche Bestellung mit kompletter Adresse, Handesregisternummer und allen Produktdetails eingeben. Zitat:
"Unsere leistungsfähigen DSL-Produkte sind in Ihrem Anschlussbereich voraussichtlich verfügbar! Eine endgültige Zusage zur Verfügbarkeit und Bereitstellung des gewünschten Produkts kann erst nach Ihrer Bestellung und einer technischen Prüfung der Leitungen an Ihrem Standort erteilt werden."


Zwei Fragen stellen sich mir jetzt:
  • 1. Hat diese Bestellung tatsächlich schon mal jemand abgeschickt?
  • 2. Für wie Dumm hält Versatel seine Geschäftskunden, dass sie glauben, solch ein Bestellformular (ohne konkrete Produkt-Gegenleistung) würde genutzt?


P.S. Das waren rhetorische Fragen und ich wünsche auch keine DSL-Angebote per Telefon oder Email oder in den Kommentaren. Und falls sich eines der angesprochenen Unternehmen wegen vermeintlich falscher Tatsachenbehauptungen auf den Schlips getreten fühlt, bitte bei jeder Aussage ein "meiner Meinung nach" selbstständig einfügen.


Geschrieben von af in Ecommerce am: Samstag, 13. September 2008
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Kommentare
  • Sven Samstag, 13. September 2008, 15:40 Uhr
    Nun, man kann das auch umgekehrt sehen. Versatel ist zu seinen Kunden ehrlich.

    Bei T-Home z.B. steht es (wie anderen Anbietern auch) viel kleiner auf der Seite:
    "Die Verfügbarkeitsprüfung bietet eine unverbindliche Prüfung Ihres Anschlusses. Erst bei der konkreten Bestellung und anschließenden Realisierung kann eine verbindliche Netzprüfung durchgeführt werden."
    Offenbar so kein, dass Du es nicht gesehen hast ...

    Es ist so: Die tatsächliche Bandbreite kann erst dann wirklich ermittelt werden, wenn man die Leitung komplett durchmisst. Dies ist jedoch logischerweise erst dann möglich, wenn z.B. die "letzte Meile" von der Telekom zu Versatel geschaltet wurde. Und dafür muss der Auftrag da sein.

    Andere Anbieter, wie z.B. Alice machen es da weniger transparent. Dort wird man nicht so deutlich darauf hingewiesen, dass man evtl. die Bestellung nicht durchführen kann.

    Nochmal zu T-Home: Auch deren Verfügbarkeitsprüfung basiert teilweise auf statistischen Daten. Da misst kein Computer die Leitung vorher durch, ob denn die 16MB auch wirklich verfügbar sind. Auch dort kann sich nach der Bestellung herausstellen, dass der Auftrag nicht umgesetzt werden kann.
    Wenn mein kein Telekom-Kunde ist, tappt T-Home sogar völlig im Dunkeln.

    Das Problem ist also nicht Versatel, ich finde es gut, dass sie so ehrlich sind.
    Das Problem ist das Chaos in der Telko-Welt ...
  • Andreas Samstag, 13. September 2008, 19:09 Uhr
    Es ist klar, dass bei diesen Verfügbarkeitsprüfungen noch keine echten Messungen der letzten Meile vorgenommen werden. Ebenso, dass die meisten Anbieter bei ihren Bandbreiten "bis zu" schreiben. Ebenso dass die verbreitete "Sternchenmanie" der Fussnoten praktisch aller Anbieter nicht zur Transparenz beiträgt.

    So weit war es aber noch nicht, oben ging es darum, überhaupt anzufragen, ob und welche DSL-Produkte überhaupt in dem Anschlussbereich/Adresse möglich sind.

    Andere Anbieter liefern hier zumindest bereits eine Auswahl von Produkten, die prinzipiell (aufgrund ihres eigenen Netzausbaus bis zur TAL) möglich sind (z.B. DSL, DSL16000, VDSL, ...)

    Zu T-Home: Auch bei (einigen) Anlagenanschlüssen von Telekom-Kunden tappt die automatische Prüfung im Dunkeln, aber statt eines "Bestellen Sie schon mal auf Verdacht..." kam beim letztenmal ein "Sorry, kennen wir nicht...".


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