INS-ecommerce

Wird die Wikipedia zum neuen Altavista?

Altavista war eine Internet-Suchmaschine der ersten Stunde. Genauer: Es war mal die größte und meist genutzte Suchmaschine im Internet. Damals noch fast unvorstellbar, wurden alle Seiten des Internets gesammelt und auf Altavista im Volltext durchsuchbar gemacht.

Altavista hatte aber einen Nachteil: Alles war vorhanden, und damit auch der ganze "Müll" des Internets. Man fand zwar viel, aber mit der Zeit fand man immer weniger das, was man eigentlich suchte, sondern irgendwas anderes. Deswegen bezeichnete man Altavista auch scherzhaft-abwertend als größten Müllschlucker des Internets (der diesen Müll dann als Suchergebnis präsentiert).

Als irgendwann die Suchmaschine "Google" auf der Bildfläche erschien und durch das Konzept des Page-Rank bessere, relevantere Suchergebnisse lieferte, verschwand Altavista recht schnell in der Bedeutungslosigkeit. Heute erinnert man sich noch kaum noch daran, wie bedeutend und groß Altavista mal war.

Die Wikipedia, auf der anderen Seite, ist auf der Höhe der Zeit. Sie wächst und wächst wie nie zuvor, die Besucherzahlen steigen weiter, und Google platziert Wikipedia-Artikel meist auf Platz eins der Suchergebnisse. Der Ozeandampfer Wikipedia läuft mit voller Kraft. (Wohin er läuft, habe ich mich schon mit dem Artikel "Quo Vadis, Wikipedia?" vor einiger Zeit gefragt).

Die Wikipedia will als Enzyklopädie das Wissen der Menschheit sammeln. Und sammelt dieses Wissen (sofern es für die Mehrzahl der Wikpedia-Admins nur "affin" genug ist) recht unspezifisch. Selbst Triviales wird dabei fast immer pseudowissenschaftlich aufgebläht und verklausuliert damit es den Anschein von "Relevanz" hat. Selbst Texte, die offensichtlich per Copy&Paste von anderen Websites stammen, werden so umformuliert und machen dann den Anschein von Sachlichkeit, obwohl das tatsächlich darin enthaltene Wissen nicht mehr ist und auch nicht besser (sondern eher komplizierter) dargestellt wird.

Da verwundert es nicht, daß die Kritik und Diskussion um "Relevanz" unter den Wikipedia-Admins immer heftiger geführt wird. Zum Thema mal ein Beitrag von Robert (besonders mal die Kommentare lesen).

Die Wikipedia möchte das Wissen der Menschheit sammeln. Doch wenn sie das weiterhin nach dem Müllschlucker-Prinzip macht, und auch den "Müll" pseudowissenschaftlich präsentiert, wird sie irgendwann das Schicksal von Altavista erleiden, sobald ein Wikipedia-Nachfolger auf der Bildfläche erscheint, der das Relevanz-Problem besser löst, und den Nutzern/Besuchern bessere und relevantere Ergebnisse liefert.


Geschrieben von af in Ceterum am: Freitag, 4. Juli 2008
Permalink

Tags: , , , ,

Diesen Beitrag bei folgenden Diensten bookmarken:
del.icio.us - Digg it - Mister Wong - Technorati - Ruhr.com Suchmaschine

Kommentare
  • Ralf Samstag, 5. Juli 2008, 11:20 Uhr
    Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Suchmaschinen und Wikis: Gebe ich bei einer Suchmaschine einen Begriff ein, erhalte ich unzählig viele Ergebnisse. Ich muss dann selber zwischen Müll und Gold aussortieren.
    Bei Wikis gibt es i.d.R. immer nur ein Ergebnis zum Suchbegriff. Das was ich bekomme, wird mir als Gold verkauft. Ob nun Müll oder echtes Gold.
    Zudem arbeiten Suchmaschinen automatisch. Jeder kann eine Suchmaschine programmieren, das Internet abgrasen und anschließend die Ergebnisse präsentieren. Wie diese gewertet und gewichtet werden, bleibt den Betreibern der Suchmaschine überlassen. So haben sich in den letzten Jahren etliche Alternativen zu Google etabliert.
    Um Wikipedia Konkurrenz zu machen, bedarf es schon weitaus mehr Aufwand. Ich müsste erst einmal eine Masse an Autoren finden die mir die Artikel schreiben. Dann müsste ich auch noch die Öffentlichkeit davon überzeugen das meine Autoren besser sind als die der Wikipedia.

    In sofern sehe ich nicht die Gefahr das Wikipedia das gleiche Schicksal erleidet wie Altavista.
  • Andreas Dienstag, 8. Juli 2008, 16:34 Uhr
    Die Community ist manchmal Scheu und Sprunghaft wie ein Reh. Die Vergangenheit einiger (Open-Source) Projekte zeigt, daß es nur ausreichend Unzufriedenheit bedarf, und schon wird ein Konkurrenzprojekt gestartet.

    Und das Beispiel Google zeigt, wie eine (damals noch kleine Firma) nur durch Mundpropaganda (zumindest am Anfang) dem damaligen "Platzhirsch" Altavista erfolgreich Konkurrenz gemacht hat.

Nächster Artikel: INS Sommeraktion 2008: Für bessere Webseiten

Vorheriger Artikel: N24 Fernsehbericht über INS