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Abmahnung, die Nächste: Blogger gegen Blogger

Wurden Blogger in der Vergangenheit (egal ob juristisch zu recht oder zu unrecht), abgemahnt, wie z.B. beim Saftblog, so ging meist ein Aufschrei der Solidarität mit dem Abgemahnten durch die Bloglandschaft. Denn Abmahnungen erfolgten meist von ausserhalb der Bloggerszene und wurden als Angriff auf die Meinungsfreiheit eines Bloggers gesehen.

Doch diesmal ist es anders. Don Alphonso (genauer gesagt Rainer M., die Person hinter der Kunstfigur Don Alphonso) hat selber abgemahnt, weil er seine Rechte verletzt sah.

In der Abmahnung ging es anscheinend (siehe Update) auch um die Verletzung von Bildrechten. Meist sind sowas dumme Fehler der Abgemahnten, denn inzwischen sollte jeder, auch ein Blogger, wissen, dass die Verwendung fremder Bilder ohne Erlaubnis des Rechteinhabers fast einer Einladung zur Abmahnung für abmahnfreudige Zeitgenossen gleich kommt.

Der für mich interessante Punkt dabei ist: Bisher war, so wie ich es sehe, Don Alphonso mit der Blogbar im Austeilen nicht besonders zimperlich und hat sich dadurch leicht Abmahnungen der von ihm Angegriffenen ausgesetzt. Doch weil er (meiner Meinung nach) in seinen Texten einen moralisch überhöhten Anspruch zu vertreten versucht und (deswegen) potentielle Abmahner eine starke negative Publicity fürchteten, schien er bisher davor gefeit.

Wenn jetzt aber Abmahnungen (ungeachtet der juristischen Situation) ein moralisch legitimiertes Mittel der Auseinandersetzung zwischen und mit Bloggern (so a la "wenn das Don das darf, darf ich das auch ..") werden, wird auch die Blogbar leichter angreifbar. Auch wird es vermutlich jetzt nicht mehr sehr lange dauern, bis weitere Blogs bzw. Blogger sich gegenseitig abmahnen, und Ihren Zwist mit diesem Mittel weiterführen.

Update/Korrektur (siehe Kommentar):
Abgemahnt wurde nicht der Blogger/Schreiber als Privatperson selbst, sondern die die betreffenden Websites/Blogs betreibenden Firmen (Condenet GmbH sowie die Turi2 GmbH). So war es bei anderen Abmahnungen in der Vergangenheit allerdings auch, dass nicht der Schreiber als solcher sondern immer der Betreiber einer Website, eines Blogs abgemahnt wurde.

Der Grund für die Abmahnungen waren die Verletzung von Bildrechten sowie falsche Tatsachenbehauptungen über die Familie des Abmahnenden.


Geschrieben von af in Ceterum am: Montag, 28. Mai 2007
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Kommentare
  • Don Alphonso Montag, 28. Mai 2007, 19:03 Uhr
    Wärst Du so freundlich, das da oben zu konkretisieren? Abgemahnt wurde kei Blogger, sondern zwei kommerzielle orientierte Firmen: Die Condenet GmbH in München als Betreiberin von Vanity Fair online und die Turi2 GmbH. Nicht Peter Turi als Privatperson, und in diesem Fall geht es ausschliesslich um meine Bildrechte und eine Tatsachenbehauptung über meine umbeteiligte Familie - was mich selbst angeht, war ich mehr als nachsichtig.

    Und was die Blogbar angeht: Ich weiss ziemlich genau, was ich schreibeb kann und was nicht. Dafür sorgt ein mit Anwälten gespicktes Umfeld.
  • Andreas Montag, 28. Mai 2007, 20:23 Uhr
    Danke für den Hinweis. Den Artikel habe ich entsprechend konkretisiert und die Korrekturen als Update hinzugefügt.

    Zur Blogbar: Ich glaube gerne dass Du die Texte mit einem entsprechendem Hintergrund schreibst. Doch: nach meiner Vermutung als sporadisch-regelmäßiger Leser der Blogbar ist die Angst vor negativer Publicity ein größerer Hinderungsgrund für Abmahnungen als eine möglicherweise juristische Unangreifbarkeit der Texte.

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