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Wird Wärmedämmung zum neuen Asbest?

Immer wenn, wie jetzt, so langsam die Heizperiode anfängt, überlegt man sich, wie man die Energiekosten verringern kann und auch etwas etwas für die Umwelt zu tun, also muss eine Wärmedämmung her - denn je stärker das Haus in Wärmedämmung eingepackt wird, desto besser.

Doch tatsächlich sind die heutzutage empfohlenen Wärmedämmungen gar nicht so risikolos, wie das gerne dargestellt wird - es lassen sich Parallelen zur Nutzung von asbesthaltigen Baustoffen ziehen, auch Asbest wurde jahrelang hochgejubelt und die gesundheitlichen Risiken wurden ignoriert.

Der Siegeszug von Asbest

Asbest ist ein Naturprodukt, welches an vielen Stellen der Erdkruste lagert und bezeichnet faserförmig kristallisierenden Minerale aus der Gruppe der Silikate. Asbest ist ein richtiger Wunderwerkstoff. Asbest verbrennt nicht, übersteht größte Hitze bis 1000 Grad Celsius, isoliert gegen Kälte und Hitze, gegen Nässe, Schall und Säure.

Kein Wunder also, daß dieser Alleskönner seit ca. 1900 als Baustoff in Wänden, Dächern und Fußböden massenhaft verbaut wurde.

Das Ende von Asbest

Bereits 1898 warnte ein englischer Fabrikinspektor vor den gefährlichen Gesundheitschäden durch Asbest. Er wurde als "Einzelmeinung" ignoriert.

Erst 1993 wurde Asbest in der Bundesrepublik verboten und zwar gegen einen jahrzehntelangen Sturmlauf der Industrie, die immer wieder versuchte, die gesundheitlichen Schäden zu bestreiten und den volkswirtschaftlichen Schaden, wenn man auf diese "Superfaser" verzichten müsste, dramatisch darzustellen. Auch von Behörden wurde, trotz eindeutiger medizinischer Befunde, nicht die Bevölkerung, sondern die Asbestindustrie, geschützt.

Knapp 60.000 Menschen sind in Deutschland als "anerkannte Asbestopfer" entschädigt worden, auch heute noch erkranken jedes Jahr Tausende von Menschen in Deutschland an Asbestose, weil die Krankheit oft erst Jahre nach dem man den Asbestfasern ausgesetzt war, ausbricht.

Die empfohlene Wärmedämmung nach EnEV

Bei der Modernisierung von Wohngebäude wird üblicherweise empfohlen, das Haus luftdicht einzupacken, und (seit 2009) mindestens 16cm Styropor (als sogenanntes WDVS - Wärmedämmverbundsystem) auf die Wände zu packen.

Luftdicht sollte das Gebäude sein, damit keine warme Heizungsluft entweicht (Energieverlust) und dick in Styropor/WDVS sollte das Gebäude eingepackt sein, damit durch die Außenwände keine Wärme entweicht.

Und um die immer größeren "Klimaschutzziele" der Bundesregierung zu erreichen, werden die Vorschriften (EnEV- Energie Einspar Verordnung) alle paar Jahre drastisch erhöht. (2004, 2009, demnächst 2012). Reichten zuerst 5 cm Wärmedämmung, so sind es jetzt ca. 16 cm die mindestens vorgeschrieben sind. Empfohlen werden jedoch 20-30 cm.

Probleme der Wärmedämmung nach EnEV

Die Dämmassnahmen haben jedoch einen kleinen Nachteil: Die Bewohner werden dadurch früher oder später krank und die Energieeinsparungen können deutlich geringer (oder gar nicht) ausfallen als geplant. Gründe dafür sind nicht nur Baupfusch (durch Handwerker oder falsche Planung), sondern auch prinzipbedingte, bauartbedingte Gründe und systematisch falsche Berechnungsgrundlagen und Verfahren.

Parallelen des "Asbestskandals" und des "Dämmwahns"

Ähnlich wie damals beim Asbest werden jetzt bei der Wärmedämmung die möglichen gesundheitlichen Probleme und Spätschäden bestritten und stattdessen die Vorteil hervorgehoben.

Warnende Stimmen gibt es vereinzelt, Universitätsprofessoren für Bauphysik, Architekten, Bausachverständige, Mediziner ... aber das Gros der (gemäß EnEV zertifizierten) Experten und natürlich die Industrie, hält die Maßnahmen der Wärmedämmung für richtig. Auftretende Probleme werden als Einzelfälle, ausgelöst durch schlechte Arbeit der Handwerker, dargestellt, die keinesfalls verallgemeinerbar sind. Außerdem werden Probleme kleingeredet, der Einzelne (Bewohner, Hausbesitzer) muß halt für das Große (Klimaschutz) Opfer bringen, im Zweifelsfalle auch gesundheitliche.

Eine weitere Parallele zwischen dem Asbestskandal und der "Dämmolympiade" (dabei sein ist alles, koste es was es wolle) ist die zeitliche Komponente. Die Bewohner eines wärmegedämmten Hauses werden nicht zwangsläufig krank, und wenn, dann oft erst nach Jahren. Auch kann durch die Wärmedämmung (zuerst) tatsächlich eine Energieeinsparung erfolgen.

Dadurch können wissenschaftliche Studien, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen in solch extrem wärmegedämmten Häusern, wie sie ab 2009 durch die EnEV gefordert werden, befassen immer erst mit einer gewissen Verzögerung von einigen Jahren fertiggestellt werden.

Kritikpunkte am aktuellen "Dämmwahn"

  • Eindringende Feuchtigkeit von Aussen macht die Dämmwirkung des Styropors zunichte und fördert Algen und Schimmel die nach innen gelangen können und die Bewohner krank machen können.
  • Feuchtigkeit von Innen kann nicht mehr so gut wie bisher nach Aussen abtransportiert werden, das führt zum Durchnässen der Wände und des Dämmsystems (senkt damit die Dämmwirkung) und macht die Bewohner durch den entstehenden Schimmel krank
  • Durch die luftdichten Fenster und Türen kann die verbrauchte Luft, in der Feuchtigkeit, CO2 und sonstige aus Möbeln & Co ausdünstende Schadstoffe enthalten sind, nicht mehr ausreichend gegen Frischluft von Aussen ausgetauscht werden. Das macht die Bewohner unkonzentriert, müde und krank.
  • Die für den Luftaustausch (demnächst) zwangsweise einzubauenden Entlüftungsanlagen verbrauchen selber wieder Energie. Filter und Lüftungskanäle sind ein optimaler Nährboden für Bakterien, die über die Luft auch bei ausgeschalteter Lüftung wieder in die Raumluft gelangen und die Bewohner krank machen.


Wie gesagt, die Befürworter (Politiker, Industrieunternehmen, Anbieter, Energiesparberater) bestreiten diese Probleme und führen das im wesentlichen auf Pfusch am Bau in Einzelfällen zurück.

Wenn ich mir aber mal die einzelnen, von mir gesamelten (vielleicht werde ich sie mal separat zusammenstellen und ins Blog stellen) "Informationsbruchstücke" wie ein Mosaik auf mich einwirken lasse, ergibt sich ein Bild und man kann die Wärmedämmung auf einen Satz zusammenfassen:

"Ich gebe viel Geld für eine Wärmedämmung aus, deren tatsächlicher Nutzen für den Geldbeutel und die Umwelt zweifelhaft ist und die sich auch nach den offiziellen Einsparberechungen frühestens nach 30-40 Jahren amortisiert, die aber vermutlich nach 15-30 Jahren wieder abgerissen werden muss und bis dahin die Bewohner krank gemacht hat."

Nee, danke.


Geschrieben von af in Ceterum am: Freitag, 9. September 2011
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Kommentare
  • Hallo Donnerstag, 10. Januar 2013, 09:07 Uhr
    Das mit der Dämmung ist leider wahr. In unserem Haus wurde den Eigentümern auch eine Generalwärmesanierung aufgezwungen (Hochhaus). Nach sorgfältiger Messung stellte ich fest, dass der Wärmewiderstand nur ein Viertel des Wertes betrug, der uns versprochen wurde. Nach Überprüfung der Berechnungsgrundlagen zum Energieausweis (4 Jahre bis ich die bekommen habe) stellte ich fest, dass nicht alle der Massnahmen gesetzt wurden. Weiters waren die Berechnungen selber manipuliert/runtergerechnet. Wir haben eine teure hinterlüftete Fassade die nicht richtig funktioniert, vermutlich Feuchtigkeit, ich habe mal drunter geguckt und nirgends eine Dampfsperre gefunden. Weiters benutzen im Winter die Insekten die Hinterlüftung zum Überwintern, d.h. wenn die Sonne auf die Fassade scheint, kommen mitten im Winter die Mücken, Zecken, Marienkäfer usw. raus und beim Lüften in die Wohnung. Der Schaden liegt bei über eine Mio. Euro. Ich und ein paar andere haben geklagt, das Gericht weigerte sich die Sache aufzurollen, to big to fail. Das Land ist auch verstrickt, über die Fördergelder und die politiknahen Firmen die mitverdient haben. Das Material das verwendet wurde ist miserabelste Qualität, sogar die Fenster ziehen mehr als die alten. Alles Betrug und Geschäftemacherei.
  • Dämmhausbesitzer Donnerstag, 10. Januar 2013, 12:52 Uhr
    Wir wohnen seit über 10 Jahren in einem mit 16cm Styropor gedämmten Einfamilienhaus, inkl. Fußbodenheizung, Wärmepumpe und - bis heute in Neubauten kaum anzutreffen, einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

    Letztere gibt es in den Skandinavischen Ländern schon seit Jahrzehnten!

    Zusätzlich gibt es einen Erdwärmetauscher, ein simples ca. 30m langes KG-Rohr, über welches die Außenluft angesaugt und vorgewärmt bzw. im Sommer gekühlt wird - ohne zusätzlichen Energieaufwand! Die "horrende" Dauerstomaufnahme der Lüftung beträgt ca. 25 Watt...

    Dafür lüften wir NIE über die Fenster, höchsten mal zum Putzen. Dennoch ist die Raumluft immer gleichbleibend gut, ganz im Gegensatz zur "Stoßlüftung" mit der man sich im Winter die teure Heizungswärme rauslüftet, und hernach riechts wieder muffig ;-)

    Besonders in Urlaubsdomizielen fällt mir als erstes immer irgend ein Raumgeruch auf, was wie so nicht mehr kennen!

    Schimmelprobleme, Bauschäden an der Fassade etc. gibt es bei uns durch die Lüftung überhaupt keine! So schnell wie das Bad wieder trocken ist, kann man garnicht staunen. Und eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit, etwa durch verkeimte Lüftungsrohre/-filter gibt es nicht. Man muss die Filter natürlich regelmäßig warten und kann im Gegensatz zur ach so gesunden Fensterlüftung sogar einen Elektrofilter (Reinstfilter) integrieren!

    Mit anderen Worten: Beim Thema Dämmung / Zwangslüftung wird sehr viel falsch verstanden bzw. falsch gemacht!


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