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Getreidepreise, Sonnenflecken und die globale Klimaerwärmung

Vor ungefähr 200 Jahren machte der deutsch-britische Astronom Wilhelm Herschel eine seltsame Entdeckung. Er erforschte durch sein Fernrohr die Sonnenflecken und stellte dabei einen seltsamen Zusammenhang fest: In Jahren, in denen er in seinem Fernrohr sehr viele Sonnenflecken beobachten konnte, fielen die Weizenpreise.

Herschel glaubte damals, daß die Sonnenflecken das Getreidewachstum fördern würden (denn ein größeres Getreideangebot führ zu geringeren Getreidepreisen am Markt). Seine Theorie war falsch, doch der Zusammenhang, den er damals beobachtete, war richtig und die dahinterliegende Ursache könnte auch eine Ursache für die aktuelle Klimaerwärmung sein.

Heute wissen wir: Die Sonnenaktivität (u.a. sichtbar durch die Sonnenflecken) verändert das Magnetfeld der Sonne. Dieses Magnetfeld schirmt die Erde vor der kosmischen Strahlung ab und bestimmt daher, wie viel kosmische Strahlung auf die Erde gelangt.

Nach der Theorie des dänischen Physikers Henrik Svensmark bestimmt die auf der Erde auftreffende kosmische Strahlung in den obersten Luftschichten die Wolkenbildung. Das Prinzip dieser Wolkenbildung konnte er 2005 in Experimenten beweisen.

Die in den oberen Luftschichten vorhandenen "weissen" Wolken schirmen die Erde gegen die Sonnenstrahlen ab, es wird kälter.

Gelangt also viel kosmische Strahlung auf die Erde, wird die Erde kälter, gelangt weniger kosmische Strahlung auf die Erde, wird die Erde wärmer.

Laut Svensmark ist es schlüssig mit Messdaten belegt, dass für die Klimaerwärmung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hauptsächlich der starke Anstieg der Sonnenaktivitäten (und der dadurch geringeren auf die Erde auftreffenden kosmischen Strahlung) die Hauptursache ist und die Rolle des CO2 Anstieges bei der Klimaerwärmung überbewertet wird.

Svensmarks Theorie ist immer noch eine "Randerscheinung", denn die "herrschende Meinung" in der Wissenschaft hält an der CO2-Theorie fest.

Doch es ist mehr als nur eine Einzelmeinung. Anderen Wissenschaftlern ist, unabhängig von Svensmark, bereits aufgefallen, dass z.B., wenn man mal ein paar hundert Millionen Jahre zurückgeht, das globale Klima weniger zum CO2-Gehalt der Athmosphäre passt, sondern eher zur kosmischen Strahlung die zur Erde gelangt. So konnte dargestellt werden, dass Eiszeiten übereinstimmten mit der Position des Sonnensystems in unserer Galaxis (der Milchstraße). Abhängig davon, ob viele andere Sonnen in unserer "Nähe" (in astronomischen Größenverhältnissen betrachtet) sind oder nicht, konnten damit Eiszeiten in zeitgleiche Übereinstimmung gebracht werden.

Wie gesagt, Svensmark Theorie ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Auf der anderen Seite ist die herrschende CO2-Theorie genausowenig bewiesen.

Und nur alleine die Tatsache, dass die CO2-Theorie von mehr Wissenschaftlern vertreten wird, macht sie nicht automatisch "richtiger". Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass die "herrschende Wissenschaftliche Meinung" gegenüber neuen Erkenntnissen oft abwehrend war, bis sich die neuen Erkentnisse durchsetzen konnten.

Nagativ wirkt sich für die Akzeptanz und die weitere wissenschaftliche Forschung zu Svensmarks Theorie auch die im Moment stark politisch aufgeheizte Klimadebatte aus.

Und unsere Vergangenheit zeigt: Menschen geben für Probleme lieber anderen Menschen die Schuld und können sich schlecht mit Erklärungen, die keine schnelle Lösung versprechen, abfinden.

So gab es im Mittelalter eine sogenannte "kleine Eiszeit" in Europa, die zu Ernteausfällen führte und während der die Hexenverbrennungen ihre Höhepunkte fanden. Als tatsächliche Ursachen für diese "kleine Eiszeit" werden übrigens heute die verringete Sonnenaktivität und einige Vulkanausbrüche angenommen. BTW: Seit dieser "kleinen Eiszeit" steigen sowohl die mittlere Temperatur als auch die Sonnenaktivität in Wellen immer weiter an.

Auch Politiker suchen einfache Lösungen, die sich gut "verkaufen" lassen und bei denen sie sich als Macher zeigen können. Wenn CO2 jetzt im Allgemeinwissen der Wähler als "Klimakiller" angesehen wird, kann man ja einfach versuchen, CO2 zu reduzieren und schon ist man der größte Klimaschützer.

Kein Politiker sagt "Das ist halt so, da kann man nichts machen." - denn dann wäre er ja überflüssig.


Geschrieben von af in Ceterum am: Samstag, 20. August 2011
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