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VPN-Support: Geiz ist gar nicht geil!

VPN-Router: Lancom vs. Netgear

Letztens durfte ich mal wieder die Erfahrung machen, dass Geiz nicht geil sondern ziemlich teuer sein kann, wenn man seine Arbeitszeit mit betrachtet (siehe: Das Eh-Da Prinzip).

Der Fall: Ein Einzelhändler mit mehreren Ladenlokalen hat zwischen seinen Filialen ein kleines VPN mit Netgear Prosafe Routern aufgebaut. Bei der Anschaffung der Geräte damals (er ist sehr sparsam...) konnte ich ihn gerade noch dazu bringen, von den "billigen" Anbietern einen zu nehmen, der mit seinen Produkten auch Unternehmen adressiert.

Lancom-Router (die ich für andere kleine VPNs einsetze) waren ihm aber viel zu teuer. VPN ist VPN. Und das werden doch auch die billigen können, so meinte er.

Was er und viele Andere aber vergessen: Wenn es darum geht, mehrere Standorte miteinander zu vernetzen und Fernzuverwalten, sind Anschaffungskosten eher die geringeren Kosten. Viel wesentlicher sind die Kosten für den Support der Geräte, doch diese erkennt man oft erst zu spät.

So auch hier. Denn durch den Mehraufwand, der bisher mit den vermeintlich billigeren Netgear Geräten entstanden ist, liegen seine Kosten deutlich höher, als wenn er die vermeintlich teureren Lancom Geräte gewählt hätte.

Vorsicht, ab jetzt wird es detailliert und technisch.

Netgear Prosafe

Bei den Prosafe Geräten war es so, dass die Geräte in der Aussenstelle über längere Zeit so sehr mit sich selbst beschäftigt sind, dass man bei einem Klick in der Webkonfiguration 30 Sekunden auf die Reaktion warten muss. Oder es dauert dem Browser zu lange und er bringt eine Fehlerseite. Und wenn etwas nicht geht, hat man kaum eine Chance herauszufinden, warum es nicht geht, die Logging und Trace Funktionen sind ein schlechter Witz. Manchmal reicht auch ein remote ausgelöster Reboot nicht aus, weil irgendwas dabei "hängenbleibt". Dann muss jemand vor Ort den Stecker ziehen (Dumm, wenn dann niemand vor Ort ist...). Ach ja, ein paar sonstige Softwarebugs gibt es auch. Meine Kommunikation mit dem Netgear-Support beschränkte sich leider bisher darauf, dass mir irgendwelche wenig zutreffenden Textbausteine zugesandt wurden und ich mich unverstanden fühlte. Ach ja und Softwareupdates... da gab es wohl welche auf der Herstellerwebsite, aber keine die neuer waren als die eh schon ihm Gerät nicht mehr ganz taufrische (vom Releasedatum her) vorhandene Firmware. Ja, ich habe mich über die schlechte Qualität der Netgear Geräte sehr geärgert.

Lancom

Die Geräte laufen absolut stabil und sind zuverlässig und ohne Wartezeiten per Fernkonfiguration zu erreichen. Im Gegensatz zu Netgear habe ich bei Lancom keine Angst, dass die Geräte nach einer Konfigurationsänderung oder einem Reboot nicht mehr ansprechbar sind. Die Konfiguration (an die man sich erst gewöhnen muss, weil sie sich anfänglich etwas "störrisch" gibt) ist dafür sehr flexibel und kann viele Sonderfälle abdecken, und sich der Gegenstelle anpassen. Es gibt ohne Zusatzkosten regelmäßig Firmwareupdates auch für ältere Geräte, die nicht nur Fehler beheben, sondern auch Funktionserweiterungen beinhalten. Der Support reagiert und *agiert*, und geht sehr engagiert auf die individuellen Fragen ein, und wenn ein Rückruf versprochen wird, dann erfolgt dieser auch.

Geiz kann manchmal teuer werden

Wenn ich mal neben den Anschaffungskosten auch den Supportaufwand des letzten Jahres mit rechne, hat der Eingangs erwähnte Einzelhändler durch seine billig-Enscheidung für Netgear Prosafe mindestens doppelt so hohe Gesamtkosten, als er dieses bei Lancom-VPN Kästen gehabt hätte.



Disclosure: Ich bin ganz normaler Kunde/Anwender bei Lancom/Netgear, stehe mit jenen ansonsten aber in keinerlei Geschäftsbeziehung. Dieser Text entstammt ausschliesslich meiner eigenen Erfahrung.


Geschrieben von af in IT Security am: Montag, 9. Juli 2007
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