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Web 2.0: Das Bimbophone für Frauen?

Uwe Mommert behauptet in seinem media coffee blog, die Aussage "das Web 2.0 sei das Web für Frauen" wäre zutreffend.

Er begründet das mit den folgenden Punkten/Beispielen:
  • Web 2.0 wird intuitiv und sinnlich erfahrbar
  • Etsy.com: suchen Sie sich die passenden Produkte in Zukunft nach der Farbe aus, zu der sie passen sollen.
  • Retrievr: oder suchen Sie Ihre Bilder einfach mal, in dem Sie kurz skizzieren, was Sie finden möchten. Egal ob Farben oder Formen, die Ergebnisse sind teilweise überraschend genau und teilweise völlig daneben.
  • Und jetzt soll noch einer sagen, darauf hätten die Frauen nicht gewartet, shoppen im Internet und Schuhe nach der Farbe der neue Handtasche aussuchen…


Seine Aussagen erinnern mich an das vor einigen Jahren gescheiterte "Bimbophone".

Damals wollte ein großer Mobiltelefonhersteller ein besonders einfach zu bedienendes Handy für (Zitat) "technisch weniger begabte" Menschen wie (Zitat) "Senioren, Behinderte, Frauen und vergleichbare Gruppen" herausbringen, stiess allerdings auf wenig Gegenliebe, als dessen abwertender interner Arbeitstitel "Bimbo-Phone" herauskam.

Aber mal ernsthaft:

In seinen Aussagen wird das "Web 2.0" einzig auf Ergonomie und Usability reduziert. Das sind aber klassische Tugenden von guten Produkten und auch Websites, schon vor dem Web 2.0. Den Begriff "Web 2.0" darauf einzugrenzen ist daher falsch. Im Gegenteil ist es sogar so, daß viele als typisch angesehene "Web 2.0" Websites zwar nette Farben und bunte Bilder haben, tatsächlich aber keine besonders gute Ergonomie besitzten.

Der Begriff "intuitiv und sinnlich erfahrbar" beschreibt Elemente des Kundenerlebniswertes. Der schlechtere Kundenerlebniswert eines Web-Shops im Vergleich zum stationären Handel gehört zu den grössten Nachteilen von Web-Shops. Wer es schafft, diesen Erlebniswert auch im Online/ Web-Bereich zu erhöhen, wird in seinem Marktsegmement zu den Ecommerce-Gewinnern zählen.

Wer aber im Ecommerce mit der Verbesserung des Erlebniswertes nur auf Frauen abziehlt und die männlichen Kunden vernachlässigt, begeht einen schweren Fehler, der Kunden (und damit Umsatz und Gewinn) kosten wird. Hier kann man übrigens noch viel vom stationären Handel lernen.



Geschrieben von af in Web Design am: Montag, 11. Dezember 2006
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