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Das Blog ist tot, es lebe das Blog!

Randbemerkung:
Woran erkennt man, daß man älter wird? Unter anderem auch daran, daß man immer öfter "Sowas habe ich doch schon mal erlebt..." denkt, es sich aber verkneift zu sagen, weil die "Jungen" das nicht hören wollen.

Die Spielwiese oder: Früher war doch alles besser
Da hat man diese tolle Spielwiese entdeckt. Abgelegen und schnuckelig. Ein Geheimtip, den noch niemand kennt. Also lädt man seine Freunde mit auf die Wiese und ist der tolle Held, weil man die Wiese entdeckt hat. Man ist unter sich und fühlt sich wohl.

Der böse Mainstream kommt...
Doch mit der Zeit bemerken auch andere Menschen das schöne Fleckchen. Fremde, die man nicht kennt. Und mit denen man auch nichts zu tun haben will. Da kommen plötzlich die Familien mit schreienden Kleinkindern, die nur die lässige Ruhe stören. Dann auch noch die Camper deren Wohnwagen und Zelte die die schöne Aussicht zerstören, und mit dem Gestank ihrer bierseligen Grillabende. Nicht lange, und es kommen die marktschreierischen Döner- und Bratwurstbuden, die billiges Gammelfleisch zu überhöhten Preisen verkaufen wollen. Und zu allem Verdruss kommen Mittags dann auch noch die Businessleute aus dem nahen Banken- und Büroviertel um wichtig telefonierend und laptopbenutzend ihre Mittagspause bei Häppchen und Capputchella zu verbringen und die Stimmung vollends zu verderben.

Der Ausstieg
Also das ist dann doch zuviel. Mit solchen Leuten will man nicht erkannt werden. Das wäre ja zu peinlich. Also trollt man sich von dannen. Legt im weggehen aber noch nen Schild auf die Wiese mit der Aufschrift: "Wer das liest ist doof. Früher war hier alles besser.".

Auf Blogs bezogen
Wer das ganze nicht mit einer Spielweise sondern auf Blogs bezogen lesen will, findet dazu einen Blog-Abschiedsbrief auf der Blogbar.

Man könnte es auch anders und kürzer formulieren: Weil Blogs jetzt immer mehr im Mainstream ankommen, hat jemand daran die Lust verloren.

Oder "Es gibt Phasen im Leben, da definiert man sich dadurch, wie sehr man sich von Anderen unterscheidet":
Chor der Namenlosen: "Wir sind alles Individuen"
Einzelstimme: "Ich nicht!"



Ist das der Blog-Blues, oder das Ende der Blogs?
Durch den verregneten Sommer und fehlendes Sonnenlicht kann es leicht zu einer verfrühten Herbst-Depression kommen, die sich dann auch auf die Einstellung zum Bloggen auswirken kann. Einige sind vielleicht auch darüber frustriert, dass sie nicht den Erfolg (Besucher, Geld, Anerkennung, was auch immer...) mit ihrem Blog haben, den sie gerne hätten. Das mag zu einem individuellen Blog-Blues führen.

Imminent death of the net predicted! Film at 11.
Blogs sind als Gesamtheit aber immer noch ein sehr dynamisches Gebilde, das sich in seiner Struktur immer noch weiter verändern wird und noch nicht in einem wie auch immer aussehenden Endzustand angekommen ist. Und zu Dynamik und Veränderung gehört es nicht nur, dass sich einzelne Blogs verändern, sondern auch dass neue Blogs und Blogger hinzukommen, und aktive Blogger aufhören und Blogs schliessen.

Fazit:
Wer bloggen will, soll bloggen. Wer nicht bloggen will, soll es halt sein lassen. Und wer darüber bloggen will, das er nicht mehr bloggt, kann auch das. Die Welt dreht sich weiter und alles wird gut.


Geschrieben von af in Ceterum am: Mittwoch, 19. September 2007
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