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Google, 23, Chromosomen und das Erbgut

Google hat sich vor kurzem mit 3,9 Millionen Dollar an der Firma "23 and Me" beteiligt. In der Öffentlichkeit wurde das wenig beachtet, weil Google es nicht an die große Glocke gehängt hat.

Was bedeutet 23? Nun nach dem vor gut 20 Jahren besonders in Hackerkreisen beliebten Roman "The Illuminatus Trilogy" von Robert Shea und Robert Anton Wilson versteckt sich hinter der "23" der Geheimbund der Illuminaten, die insgeheim die Weltherrschaft anstreben. Das wurde praktisch die Mutter aller Verschwörungstheorien im Internet.

Klingt das nach der Datenkrake Google, die die geheime Weltherrschaft (im Internet) erlangen will? Höchstens für einige Verschörungstheoretiker. Denn Google zählt bekanntlich zu "den Guten".

Womit beschäftigt sich "23 and Me"? Die Firma beschäftigt sich mit dem menschlichen Erbgut. Genauer: Mit den 23 Chromosomenpaaren, die alle Erbinformationen des Menschen speichern. Diese will die Firma sammeln und zugänglich machen, um so den Menschen zu helfen und ihnen bessere Einblicke in vererbte Eigenschaften und Abstammungen zu geben.

Wie passt das zu Google? Nun, zu Googles Unternehmensziehl gehöre es, laut Eric Schmidt, "alle Informationen der Welt zu organisieren". Also auch die Informationen des menschlichen Erbguts. Wird Google also demnächst zur Gen-Suchmaschine? Da könnte man dann ja doch wieder an die verschiedenen Bedeutungen von "23" denken.

Eine Personalie zum Abschluss noch dazu: Gründerin von "23 and Me" ist die Biologin Anne Wojcicki, die mit Sergey Brin, einem der Google Gründer, jüngst den Bund der Ehe einging. Und Annes Schwester Susan Wojcicki ist Vizepräsidentin bei Google. Ist die Unterstützung von "23 and Me" vielleicht eher ein Liebesdienst als eine strategische Entscheidung? Möglich wäre es, doch gibt es dazu keine weiteren Informationen.


Geschrieben von af in News am: Dienstag, 10. Juli 2007
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